Können andere Metalle zu Gold verarbeitet werden?
Im Streben nach Prestige und Reichtum arbeiteten wohlhabende Menschen im mittelalterlichen Europa vergeblich daran, alltägliche Metalle in Gold zu verwandeln. Heute wird dieser als Chrysopoeia bekannte Prozess meist als alchemistischer Traum abgetan. Aber gibt es wissenschaftliche Belege dafür, dass Metalle in Gold verwandelt werden können?
Tatsächlich gibt es sie – doch wissenschaftliche Belege zeigen, dass es alles andere als ein profitables Geschäft wäre.
Die Idee, Metalle in Gold zu verwandeln, geht auf das antike Griechenland und den Philosophen Zosimos von Panopolis zurück. Er glaubte, die Verwandlung minderwertiger Metalle in Gold sei ein Spiegelbild der Reinigung und Erlösung der Seele, und diese Arbeit habe eine tiefe spirituelle Bedeutung. Als das Konzept im mittelalterlichen Europa wieder auftauchte, hatte es einen rein praktischen Fokus – die Verwandlung eines billigen Metalls in Gold war ein sicherer Weg zum Reichtum.
„Naturphilosophen hatten diese Idee der Reifung“, erklärte Umberto Veronesi, Archäologe und Denkmalpfleger an der NOVA-Universität Lissabon in Portugal, gegenüber Live Science. „Unedle Metalle galten als unreine Stadien und würden schließlich zu ihrer reinsten Form, Gold, reifen. Das einzige Problem war, dass dies in der Erde sehr lange dauern würde.“
Alchemisten glaubten, dass sie diesen Reifungsprozess katalysieren könnten, wenn sie nur den Stein der Weisen – eine mythische Substanz – erschaffen könnten. Man ging davon aus, dass Metalle aus einer Mischung grundlegender Bestandteile bestehen: Quecksilber, Schwefel und Salz. Durch die Neuanordnung dieser Bestandteile und die Entfernung aller Verunreinigungen würden sich alle Metalle letztendlich in Gold verwandeln, so die Hypothese.
Melden Sie sich für unseren Newsletter an
Die Worte „Life Little Mysteries“ auf blauem Hintergrund
Melden Sie sich für unseren wöchentlichen Newsletter „Life’s Little Mysteries“ an, um die neuesten Rätsel zu erfahren, bevor sie online erscheinen.
„Chrysopoeia war im Großen und Ganzen mit den damaligen Materie- und Transformationstheorien vereinbar“, sagte Veronesi. „Niemand zweifelte wirklich daran, dass dies möglich war.“
Wie entsteht Gold?
Durch die Neuanordnung dieser grundlegenden Atombestandteile ist es jedoch theoretisch möglich, ein Element in ein anderes umzuwandeln. „Mit genügend Energie sind solche Operationen tatsächlich möglich“, sagte Kalweit. „Entfernt man drei Protonen aus dem Bleikern, entsteht ein Goldkern.“
Die erste erfolgreiche Transmutation eines anderen Metalls in Gold wurde 1941 gemeldet, als Harvard-Wissenschaftler mit einem Teilchenbeschleuniger Lithium- und Deuteriumkerne auf Quecksilberatome feuerten, das ein Proton mehr enthält als Gold. Die hochenergetischen Teilchen schlugen Protonen und Neutronen aus den Quecksilberkernen und erzeugten drei kurzlebige radioaktive Goldisotope, die aufgrund der Instabilität der hochenergetischen Kerne schnell zerfielen.
Vierzig Jahre später wiederholte der Chemie-Nobelpreisträger Glenn Seaborg am Lawrence Berkeley National Laboratory in Kalifornien diese außergewöhnliche Leistung. Sein Team untersuchte die Fragmentierung von Wismutkernen in relativistischen Kollisionen (mit Lichtgeschwindigkeit) und wandelte mehrere tausend Atome des Elements in Gold um, indem es die Probe in einem Teilchenbeschleuniger mit Kohlenstoff- und Neonkernen beschoss.
Heute berichten Forschungsteams an Teilchenbeschleunigern weltweit immer wieder von der Produktion von Gold als Nebenprodukt ihrer Experimente. Am Large Hadron Collider untersucht Kalweits Team die Kollisionen von Bleiionen mit nahezu Lichtgeschwindigkeit. gold zu verkaufen
„Bei den Frontalkollisionen setzen wir im Wesentlichen die Quarks frei, die sich in den Protonen und Neutronen befinden. Sie bilden für kurze Zeit einen Materiezustand, der wenige Mikrosekunden nach dem Urknall im frühen Universum existierte“, erklärte er. „Es handelt sich um das sogenannte Quark-Gluon-Plasma.“
Diese Frontalkollisionen sind so heftig, dass Protonen und Neutronen vollständig zerstört werden. Beinahe-Kollisionen mit niedrigerer Energie – bei denen sich die Teilchen extrem nahe kommen, aber nicht berühren – erzeugen jedoch ein starkes elektromagnetisches Feld, das Protonen aus den Bleikernen herausschlägt. Das Ergebnis: Das Team entdeckte während eines dreijährigen Versuchslaufs rund 29 Billionstel Gramm Gold.